04.11.20

Neues Vikarsteam

Vor Kurzem hat ein neues Vikarsteam im Kirchenbezirk Esslingen seine Ausbildung begonnen.

© B. Burghardt

David Bauer, Anja Forberg, Philipp Häge, Lea Gund und Dekan Bernd Weißenborn (v.l.)

David Bauer, Anja Forberg (beide 26), Lea Gund (27) und Philipp Häge (29) haben ihr Theologiestudium abgeschlossen und sind nun seit Kurzem zur weiteren Ausbildung in Gemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks eingesetzt. Sie werden jeweils von einem Ausbildungspfarrer sowie Schuldekan Christoph Salzger und Dekan Bernd Weißenborn begleitet.

David Bauer wird in Denkendorf sein Vikariat absolvieren und von Pfarrer Dr. Rolf Noormann begleitet. Er ist in Hohenlohe in einer Familie aufgewachsen, in der der Glaube eine große Rolle spielte. Unter anderem ein Religionslehrer, der seinen Schülern kritisches Denken nahegebracht habe, habe die Entscheidung fürs Theologiestudium beeinflusst. „Am Studium reizte mich besonders die intensive und auch kritische Auseinandersetzung mit biblischen Texten und den Grundideen des christlichen Glaubens“, sagt er. Studiert hat Bauer in Neuendettelsau, USA, Greifswald und Tübingen. Miteinander unterwegs zu sein und sich von Gottes Wort prägen zu lassen, sei ihm ein wichtiges Anliegen. Früh habe ihn die „einfache und zugleich vielschichtige Botschaft, dass Gott uns liebt“, fasziniert. Im Laufe des Studiums habe sich der Wunsch, ins Gemeindepfarramt zu gehen, herauskristallisiert. Mit seiner Frau Benita hat er inzwischen eine Wohnung in Denkendorf bezogen.

Anja Forberg ist mit ihrem Mann und der einjährigen Tochter ebenfalls dabei, Aichwald kennenzulernen, wo sie in Pfarrer Jochen Keltsch einen Mentor hat. Auch sie stammt aus einer christlich geprägten Familie und wuchs in Renningen-Malmsheim bei Leonberg auf. „Bei uns wurde früh über Glaubensfragen diskutiert“, erzählt sie. Nach dem Freiwilligendienst in einer Kindertagesstätte der Diakonie in Dresden studierte sie Theologie in Leipzig, Tübingen und Jerusalem. „Besonders das Theologische Studienjahr in Israel und Palästina hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, weil ich hier einen Blick auf das Leben in einer religiös, politisch und kulturell spannungsvollen Gesellschaft werfen konnte.“ Sie wünsche sich, „dass wir als Kirche in einer Welt voller Widersprüche weiter offenen Herzens auf alle Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation zugehen können.“ Ihr Schwerpunkt wird in den nächsten Monaten auf der Religionspädagogik liegen, weshalb sie viel Zeit in der Schule verbringen wird. Sie freue sich jedoch auch auf die Gemeindearbeit und darauf, Gottesdienste mitzugestalten.

Lea Gund, die ebenfalls verheiratet ist, absolviert ihr Vikariat in Plochingen bei Pfarrer Gottfried Hengel. Sie ist in Filderstadt aufgewachsen und hat in Tübingen und Straßburg studiert. Von sich selbst sagt sie: „Ich bin gerne unterwegs.“ Nach dem Abitur zog es Gund nach Indien. „Ich liebe andere Kulturen, und bin gerne als Weltenbummlerin in unterschiedlichen Ländern unterwegs. Spannend finde ich dabei immer wieder, wie unterschiedlich Christsein gelebt wird.“ Das Theologiestudium in Tübingen und Straßburg bedeutete, unterwegs zu sein mit vielen Menschen unterschiedlicher Frömmigkeitsprägungen und Meinungen. „Dieser Austausch hat mich geprägt und bereichert.“ Das Studium habe sie zudem erlebt als ein „Unterwegssein mit der Bibel, der Kirchengeschichte, vielen klugen Denkerinnen und Denkern und deren Schriften, aber auch als ein Unterwegssein im Glauben.“ Dass sie im Pfarramt mit Menschen in allen Lebenslagen und jeden Alters zu tun haben wird, begeistere sie an diesem Beruf. „Ich freue mich, in der Praxis angekommen zu sein“, sagt Gund.

Bei Philipp Häge, der in Deizisau bei Pfarrer Clemens Grauer Vikar ist, waren es der Konfirmandenunterricht und die kirchliche Jugendarbeit, die in ihm das Interesse an Theologie weckten. Beim Lesen der Bibel seien viele Fragen zum Glauben aufgekommen, die er vertiefen wollte, erzählt er. „Ich wollte mich mit der Materie wissenschaftlich auseinandersetzen.“ Aufgewachsen in Eislingen/Fils verschlug es ihn nach der Schule zunächst zum Freiwilligendienst nach Tansania. „Von der dortigen Spiritualität zutiefst begeistert, konkretisierte sich mein Wunsch, Pfarrer zu werden“, erzählt er. In Tübingen, Paris, Neuseeland und Berlin studierte er evangelische Theologie. Im Rahmen des Studiums konnte er an einem Jugendaustausch in Kamerun und Malaysia teilnehmen, später in einem sogenannten Lehrkurs der Uni im Oman Kompetenzen und Methoden des interreligiösen Dialogs erlernen. Ein Gemeindepraktikum in einer kleinen evangelischen Gemeinde in Frankreich, in dem er viele Besuche machen konnte, habe ihn bereichert.

Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst auf den Pfarrdienst dauert bis Ende Februar 2023 und schließt mit dem zweiten theologischen Examen ab. In Ausbildungskursen und Praxisbegleitungen werden die Grundaufgaben des Pfarrberufs vermittelt. Deshalb sind die vier nicht immer in den Gemeinden präsent. Dekan Weißenborn freut sich sehr darüber, dass sich wieder ein junges Nachwuchsteam im Kirchenbezirk Esslingen auf den schönen Pfarrberuf vorbereitet. „Das ist auch für die Gemeinden eine Bereicherung.“